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Kapazitätsplanung und Terminierung

Kapazitätsplanung und Terminierung

Verwandte Themen

Kapazitätsplanung allgemein

Eine Planung der Kapazität für eine Ressource erfolgt immer in 3 Schritten (bitte beachten Sie die Links in die verschiedenen Bereiche für nähere Erläuterungen zu den einzelnen Themen):

1. Schritt: Setzen der verfügbaren Kapazität der Ressource

Über die Kapazitätsplanung wird festgelegt, wie viel Arbeitszeit an einer Ressource zur Einplanung zur Verfügung stehen.

2. Schritt: Planung der Bedarfe

Die Planung der Bedarfe ist vom Typ der Ressource abhängig: Arbeitsplätze, Arbeitsgruppen und Maschinen werden über verbuchte Arbeitspläne in der Fertigung bebucht, Mitarbeiter nur über Leistungserbringergruppen in Angeboten, Aufträgen und Serviceeinsätze.

3. Schritt: Übersicht über die geplante Kapazität:

Über die Kapazitätsauslastung oder den Arbeitsvorrat können die geplanten Bedarfe der Ressourcen eingesehen bzw. gegen dessen verfügbare Kapazität verglichen werden um z.B. Engpässe rechtzeitig festzustellen und durch Umplanungen vermeiden zu können.
Umplanungen können in der Fertigung z.B. durch externe Arbeitsfolgen bzw. durch Bestellung von eigentlich selbst gefertigten Teilen umgangen werden. Es gibt eine Vielzahl von weiteren Möglichkeiten, einen Engpass der Fertigung zu umgehen. Ein paar Schlagworte: Alternativressource, Terminverlegung, flexible Disposition, Beistellungen...
Bei Leistungserbringergruppen ist ein Engpass nur über eine Neuzuordnung des ausführenden Mitarbeiters bzw. über eine Terminverlegung möglich.

 

Kapazitätsplanung in Teileanforderungen

Für die Terminierung bestehen in ClassiX®zwei Möglichkeiten:

  1. Die Feinplanung unter Berücksichtigung von Material- und Kapazitätsengpässen
  2. Die Grobplanung ohne automatisches Umgehen von Engpässen.

Kapazitätsprüfung CTP

Üblicher Ablauf bei gewünschter Feinplanung:

  • Erstellen des Gozintographen über die Teiledisposition
  • Starten der automatischen Terminierung entweder vorwärts von einem Starttermin an, oder rückwärts vom internen Bereitstellungstermin an.

    Es können folgende Prüf- bzw. Korrekturoptionen gesetzt werden

    • Materialengpässe zu geplanten Terminen prüfen (ATP)
    • Kapazitätsengpässe zu geplanten Terminen prüfen (CTP)
    • Kapazitätsengpässe zu geplanten Terminen durch Terminverschiebung umgehen
    • Lückenlos terminieren
  • Nach der Terminierung erscheint eine Meldung, ob der auf der Auftragsposition eingetragene Liefertermin mit der aktuellen Terminierung eingehalten werden kann
  • Es erscheinen auch Prüfergebnisse, wenn Engpässe geprüft werden sollten. Sollten diese Engpässe nicht automatisch umgangen worden sein (es steht ein Stoppschild in der Liste ganz vorn), müssen diese Engpässe manuell bereinigt werden. Hierfür kann über die Toolbar je nach Engpassart, entweder das Dispokonto, die Lagerbewegungen oder die Lagerbestände bei Materialengpässen, oder der Arbeitsvorrat, die Kapazitätsauslastung oder die Kapazitätsübersicht zur Veranschaulichung aktueller Bedarfe gestartet werden.
  • Nachdem die Grobplanung vorgenommen wurde, kann die Weiterverarbeitung der Fertigungsaufträge erfolgen. Hier werden nun die Arbeitspläne aufgelöst und ggf. durch die AV bearbeitet.
  • Ist dies erfolgt, so kann über die automatische Terminierung der Teileanforderung die Feinplanung unter Berücksichtigung aller Kapazitätsengpässe termingenau vorgenommen werden (CTP).
  • Wenn die kapazitive Einplanung passt, kann sich um das fehlende Material über die graphische Terminierung gekümmert werden.

    Hier können mit der Maus die Termine als Balken zeitlich verschoben werden, bis zum Bedarfstermin ausreichend Lagermaterial vorhanden ist.

    Materialengpässe, für die noch keine Beschaffung eingeleitet wurde, müssen durch eine Einleitung einer verfrühten Teiledisposition bereinigt werden, das heiß dass

    • für ein lagergeführtes Kaufteil eine Bestellung mit einem Termin vor dem Termin des Materialbedarfes erstellt werden muss. Damit wäre das Problem des Materialüberhanges gelöst.
    • für ein lagergeführtes Fertigungsteil muss ein Lager-Auffüllungsauftrag mit einem internen Bereitstellungstermin vor dem Bedarfstermin angelegt und durchgeplant werden.

In Stichworten ist der Ablauf folgendermaßen:

  • Automatische Terminierung  (Grobplanung)
  • Weiterverarbeitung der Fertigungsaufträge -> Erstellung/Änderung der Arbeitspläne
  • Automatische Terminierung unter Berücksichtigung von Kapazitätsengpässen
  • Manuelle graphische Terminierung um Materialengpässe zu umgehen

Üblicher Ablauf bei ausreichender Grobplanung

  • Erstellen des Gozintographen über die Teiledisposition
  • Terminierung über die automatische oder die graphische Terminierung
  • Erstellen der Fertigungsaufträge und Arbeitspläne
     

Kapazitätsprüfung CTP Funktionsweise

Die Kapazität wird anhand von vorgegebenen verfügbaren Stunden in innerhalb einer Kalenderwoche eines Arbeitsplatzes bzw. einer Ressource vorgegeben. Jede Arbeitsplanposition, die diesen Arbeitsplatz und/oder diese Ressource benötigt, addiert ihren zu erwartenden Kapazitätsbedarf zur Auslastung des Arbeitsplatzes/der Ressource. Ist der verbuchte Bedarf plus der zu prüfende Bedarf größer als die geplante Kapazität, gibt es einen Engpass und die Kapazitätsprüfung gibt eine Meldung über unausreichende Kapazität zurück.

Arbeitsfolgen können über mehrere Kalenderwochen hinausgehen.

Über mehrere Kalenderwochen kann eine Arbeitsfolge schon dann gehen, wenn sie eine Durchlaufzeit von 2 Tagen hat und an einem Freitag startet. Die Gesamte SOLL-Zeit wird dann durch die Anzahl an Tagen geteilt und dann mal der in der aktuellen Kalenderwoche benötigten Tage gerechnet. So ergibt sich die anteilig benötigte Kapazität, in diesem Beispiel hat die erste KW also genau 50% der SOLL-Zeit, die zweite KW ebenfalls 50%.

Über die Bearbeitungsmaske der aufgelösten Arbeitspläne kann per Kontextmenü die genaue Verbuchung angezeigt werden (Buchungen anzeigen) – es öffnet sich ein neues Fenster mit der Liste der bebuchten Ressourcen mit anteiliger Kapazität in der jeweiligen Kalenderwoche und einem farbigen Kästchen, ob ausreichend Kapazität vorhanden ist.

Kapazitätsplanung von Mitarbeiterressourcen

Setzen der Grundkapazität eines Mitarbeiters:

Die Planung der Mitarbeiterressourcen ist in Maschinenbauunternehmen (Planung von Ingenieuren, Elektrikern etc.) genau so wichtig wie in Serviceleistungsunternehmen (Monteure etc.).

Jedem Mitarbeiter wird, abhängig von seinem ihm zugeordnetem Arbeitszeitmodell, eine täglich verfügbare Arbeitszeit (Kapazität) zugeteilt.
Hierfür ist als erster Schritt über die Mitarbeitermaske dem Mitarbeiter das Arbeitszeitmodell zuzuordnen. Hierfür ist eine Gletzeiternummer auf der Maske zu vergeben.

Dann wird der Mitarbeiter seinen Arbeitsgruppen zugeordnet. Anschließend muss für ihn die Grundkapazität in einem Zeitraum (Jahr) über die Maske "Kapazitätsplanung" gespeichert werden.

In der Kapazitätsplanung gibt es die Möglichkeit, die Kapazität aus dem diesem Mitarbeiter zugeordneten Arbeitszeitmodell zu ermitteln.

Wurde dem Mitarbeiter die Grundkapazität zugeorndet, können die bereits geplanten Abwesenheiten (Urlaub, Lehrgang etc.) oder sonstige Ereignisse, die nicht als Fehlzeit gelten (Notdienst) über die Mitarbeitermaske eingepflegt werden.

Einplanung von Aufgaben

Bei der Einplanung von Aufgaben gibt es zwei Ansätze, die je nach Arbeitsbereich sinnvoll sind.
So werden Serviceunternehmen, die ihre Mitarbeiter aufgrund von spontanen Anrufen der Kunden planen, eher den unten als Weg 1 beschriebenen Vorgang benutzen, wobei Anlagenfertiger, die die zeitlichen Kapazitäten für ihre Ingenieure für große Projekte einplanen wollen, eher den unten als Weg 3 beschriebenen Weg beschreiten.

Weg 1 - Leistungserbringergruppe - Serviceeinsatz:
Dieser Weg ist der schnellere und einfachere von beiden. Hier wird der einzuplanende Mitarbeiter mit der Dauer und dem Termin direkt auf einer Serviceeinsatzposition bzw. Leistungserbringergruppen eingetragen und diese direkt in die Kapazitätsplanung gebucht. Hierbei kann der Auftrag ansonsten leer sein, er enthält nur die Serviceeinsatzposition zum Zeitpunkt der Auftragsbestätigung. Wenn der Monteur die Arbeit verrichtet hat, werden unterhalb der Leistungserbringergruppe für die Kostenermittlung und Erlösrechnung die Auftragspositionen nachgetragen, wie die gefahrenen Kilometer, das verbrauchte Material etc.

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Weg 2 - Arbeitsaufträge unterhalb von Auftragspositionen:
Der zweite Weg ist, die komplette Auftragsstruktur bereits anzulegen und aus ihr zu ersehen, wie viel Zeit ein Ingenieur wohl brauchen wird. Die Zeit der einzelnen Arbeitsbereiche wird als Leistung auf normalen Auftragspositionen mit in den Auftrag eingebunden.
Soll nun die Kapazität geplant werden, das heißt, die Auftragsbearbeitung beginnt in absehbarer Zeit, so werden für diese Auftragspositionen Arbeitsaufträge erstellt, auf denen dann der einzuplanende Mitarbeiter mit der Dauer und dem Termin (auch Zeitraum) eingetragen wird.

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Gleitzeittage
Über die Mitarbeitermaske können Gleitzeit-Fehlzeiten angegeben werden. Diese werden dann in der Übersicht mit einem blauen Symbol mit weißem Quadrat angezeigt. Dies soll dann bedeuten, dass der Mitarbeiter zwar frei hat (blau bedeutet keine Kapazität durch Urlaub, Krankheit oder sonstige Abwesenheit), bei Engpässen aber kontaktiert werden kann. Aus diesem Grunde gibt es für die Fehlzeit "Gleitzeit" ein anderes Symbol als für alle anderen ganztägigen Fehlzeiten, bei denen nicht der Grund hierfür erkannt werden kann.
Notdienste
Auch der Notdienst wird über eine Fehlzeit im Mitarbeiter festgelegt. Die Übersicht prüft dann, ob der Mitarbeiter am ersten angezeigten Montag einen Notdienst hat und zeigt diesen in roter Farbe unter dem Mitarbeiternamen in der Liste an. Die Notdienste sind in den üblichen Fällen immer pro Woche gültig.

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